Neue "Farbschläge" bei Streifenhörnchen

Über die Vermehrung unserer Lieblinge,
was zu beachten ist, Fragen und Antworten

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  • BeitragVerfasst: Mi Feb 22, 2012 7:50 pm
    Hallo

    In letzter Zeit kann man vermehrt in Inseraten lesen, dass neue "Farbschläge" bei Streifenhörnchen auf dem Markt aufgetaucht sind. (beige, silber/grau und Schecken)

    Mich würde mal interessieren, wie ihr darüber denkt? Findet ihr diese Tendenz gut oder eher bedenklich?

    Und würdet ihr ein Jungtier mit einer derart "exotischen Farbe" kaufen?
    Liebe Grüsse aus der Schweiz

    Streififreunde
    Layla & Michael

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  • BeitragVerfasst: Mi Feb 22, 2012 9:27 pm
    Hallo Streififreunde, ich wollte ein naturfarbenes Streifenhörnchen. Mein Augenmerk lag darauf, dass Paulchen einen putzmunteren und gesunden Eindruck machte. Ich halte nichts von Züchtungen neuer "Farbschläge".
    Viele Grüße Gärtnerin
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  • BeitragVerfasst: Do Feb 23, 2012 6:14 pm
    Hi,

    ich persönlich mag naturfarbende Hörnchen und dunkle Zimtfarbschläge mit einer dunklen Nasenpartie. Wenn ich die Wahl hätte würde ich immer das quierligste Hörnchen mit dem pfiffigsten Gesten wählen, die Farbe würde nie den alleinigen Auschlag geben.

    Gruß
    Nande
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    Zitat Winston Churchill: Mit bösen Worten, die man ungesagt hinunterschluckt, hat sich noch niemand den Magen verdorben
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    BeitragVerfasst: Do Feb 23, 2012 10:30 pm
    Hi,
    wer bietet den Schecken an? Streifenhörnchen oder Eichhörnchen?
    Den Rest gab es schon immer. Und die Frage, wer bietet was an. Richtiger Züchter oder Privatvermehrer, der Beige von Zimt nicht unterscheiden kann.

    Farbschläge mit mehreren Zuchtlinien zu züchten finde ich ok, so lange sie sauber ist. Nur wer kann das noch?

    Streifiger Gruß
    Marian
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  • BeitragVerfasst: Do Feb 23, 2012 11:19 pm
    Hallo Marian

    Nein, ich meinte wirklich Schecken bei Streifenhörnchen.

    Man könnte jetzt eine Grundsatzdiskussion hier starten, was denn nun ein "richtiger" Züchter ist, aber das wäre dann ein ganz anderes Thema...

    Den Namen des Züchters möchte ich hier nicht öffentlich nennen, denn ich will keine Werbung für ihn machen. Nur so viel, er gehört zu den "grossen".

    Wenn man die entsprechenden Begriffe googelt, wird man relativ schnell fündig.

    Was ich jedoch auch feststellen musste ist, dass es immer schwieriger wird, reinerbige naturfarbene Streifenhörnchen zu finden!
    Liebe Grüsse aus der Schweiz

    Streififreunde
    Layla & Michael

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  • BeitragVerfasst: Fr Feb 24, 2012 5:34 pm
    Hallo,
    also mich erinnert das alles schwer an die mongolischen Rennmäuse (gibts natürlich auch bei anderen Tierarten, da hab ichs aber miterlebt was das für Ausmaße angenommen hat, einfach grauenvoll). Da gab es dann auch immer mehr und mehr Farbschläge und jeder hat wild drauf losgezüchtet. Ende vom Lied: Krankheiten, geringe Lebenserwartung, völlige Überzüchtung.

    Ich brauchs nicht.

    Aber mal ne andere Frage, weiß jemand bei wem das als erstes Aufgetreten ist? Was waren die Elternpaare für Farbschläge? Und wie hat sich das "verbreitet". Ja, naiv gefragt, weiß ich, aber mich interessiert der Werdegang.
    Liebe Grüße
    Cornelia und Lilly

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  • BeitragVerfasst: Fr Feb 24, 2012 8:27 pm
    Hallo Cornelia

    Wo oder bei wem das angefangen hat, ist schwer zu sagen....

    Grundsätzlich sind Mutationen bei Säugetieren ein natürlicher Prozess. Ob sich eine Mutation hinterher als Selektionsvor- oder -nachteil erweist, kann man so erst mal nicht sagen. Fact ist, dass in der freien Natur gewisse Mutationen eher einen Nachteil darstellen und deshalb die Weitergabe dieser Mutation von selbst geregelt wird. So sind beispielsweise ein weisses Fell, Sehstörungen, Taubheit usw. klare Selektionsnachteile und die Überlebenschancen dieser Tiere eher gering.

    Doch diese natürlichen Selektons- Prozesse werden durch gezielte Zuchten bestimmter Mutationen ausgesetzt. Denn nun kann keine natürliche Auslese/ Selektion mehr stattfinden, sondern der Züchter entscheidet, in welche Richtung sich seine Zucht entwickeln soll.
    Das bedeutet, dass ein Züchter eine grosse Verantwortung trägt, denn von seinen Entscheidungen hängt es ab, ob der Fortbestand einer gesunden, vitalen Zuchtpopulation gesichert wird oder ob dem Genpool durch verantwortungsloses Herumexperimentieren erheblicher Schaden zugefügt wird.

    Obwohl es nur eine Vermutung ist, würde ich behaupten, die Eltern waren je ein weisses und ein mischerbiges Streifenhörnchen, denn Scheckung ist eine abgeschwächte Form des Leuzismus...

    Verbreitet hat sich das, weil in der Zucht andere "Gesetzte" gelten, als in der freien Natur. In der Zucht regelt eben oft die Nachfrage den Preis und mit exotischen "Farbschlägen" lässt sich eben (leider) mehr Geld verdienen.

    Viele (angehende) Streifenhörnchen- Halter sind sich einfach nicht bewusst, dass sie mit ihrem Kaufverhalten, den Markt entscheidend beeinflussen und mit ihrem Verlangen nach „exotischen“ Farbvarianten wesentlich dazu beitragen, gewissenlose oder ahnungslose Züchter zu motivieren, herum zu experimentieren. Denn:

    Wo es keine Nachfrage gibt, da gibt es auch keinen Markt!


    Die ganze Entwicklung mit den exotischen Farbschlägen ist wirklich sehr, sehr besorgniserregend und gefährdet meiner Meinung nach auf Dauer den gesamten Streifenhörnchen- Bestand! Denn je mehr herum experimentiert wird, desto mehr (unerwünschte) Mutationen werden sich einschleichen.

    Was mir in oben beschriebenem Fall besonders Angst macht ist der Umstand, dass es sich bei dem Züchter nicht etwa um einen kleinen Privatvermehrer handelt, wie Marian vermutet hat, sondern um einen der bekanntesten Züchter mit eigener HP. Durch grosse Zuchtanlagen mit vielen Jungtieren können sich verdeckte Mutationen (Anlageträger) rasend schnell ausbreiten, bis dann der "Schaden" bemerkt wird...
    Liebe Grüsse aus der Schweiz

    Streififreunde
    Layla & Michael

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    BeitragVerfasst: Sa Feb 25, 2012 12:00 am
    Hi Streififreunde,
    seht ihr das Thema nicht ein wenig verbissen?
    Züchter die nur aus Geldgier züchten?
    Mutationen die nicht durch Züchter gefördert werden dürfen?
    Alles was nicht natürlich ist, gleich als Krankhaft bezeichnen?
    Warum richten Zuchttiere nur Schaden an?
    Sucht ihr nur die negativen Aspekte einer Zucht?

    Sorry, ist jetzt nicht bös gemeint, sondern nur provokant.


    "Liebe" und streifige Grüße
    Marian

    Ps. Hut ab, für eure Arbeit in der eigenen HP:wink:
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  • BeitragVerfasst: Sa Feb 25, 2012 12:14 am
    Hallo streififreunde,
    naja, war jetzt nicht so ganz die Antwort zu meiner Frage :? . Und das die Natur das alleine regelt, wenn man sie lässt, ist ja auch bekannt. Ich weiß über die Vererbungssache und wie das alles abläuft schon ein wenig bescheid.

    Nicht böse gemeint, nein nein, nicht falsch verstehen bitte!

    @all:
    Aber gibts das nur in einem "Zuchtbetrieb" (blödes Wort, ich weiß), oder gibt es diese Hörnis noch bei anderen Züchtern? Bin ja seit längerem nicht mehr so wirklich up to date was die "Streifiszene" angeht. Das interessiert mich jetzt eben mal, ohne jetzt über jemanden herfallen, urteilen zu wollen oder sonst was. Nur rein interessehalber. Die Zeiten sind schon länger vorbei wo ich mich hier noch aufgeregt habe. Man wird eben ruhiger mit der Zeit und nimmt die Sachen, die man eh nicht ändern kann gelassener hin.
    Liebe Grüße
    Cornelia und Lilly

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    BeitragVerfasst: Sa Feb 25, 2012 12:58 pm
    Das Zuchtverhalten bei diesem Züchter scheint in meinen Augen einwenig aus dem Ruder zulaufen.
    Er hat ja nicht nur Weiße,Braune, Zimtis sondern auch Gechekte,Silberne,und Silbergemich und das nicht nur bei Unseren Streifis sonder auch bei Baumis. [-X
    Und täglich grüßt das Streifi
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    BeitragVerfasst: Sa Feb 25, 2012 1:41 pm
    Hi,
    schickt mir doch bitte mal den Link zum Züchter. Irgent wie finde ich den nicht.


    Hat sich erleigt. Hab ihn gefunden
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  • BeitragVerfasst: Sa Feb 25, 2012 2:23 pm
    Hallo Marian

    Vielleicht hast du recht und ich sehe das wirklich ein wenig zu verbissen. Nein, ich korrigiere, ich HOFFE sogar dass meine Angst total unbegründet ist!!!

    Darüber hinaus ist es mir wichtig hier zu erwähnen, dass ich nie gesagt habe, dass ALLE Züchter nur durch Geldgier getrieben werden. GsD gibt es ja noch viele Züchter, die ehrlich bemüht sind, gesunde und vitale Jungtiere zu züchten!

    Ich habe auch nie gesagt, dass Mutationen grundsätzlich nicht durch Zucht gefördert werden dürfen. Ich bin aber schon der Meinung, dass dies nur ganz erfahrenen und vorausschauenden Züchtern vorbehalten sein sollte. Immerhin werden ja die meisten Mutationen rezessiv vererbt und daher entstehen quasi als "Nebenprodukt" massenhaft Anlageträger, denen man die Mutation ja nicht ansehen kann, bis diese dann in einer anderen Zucht auf einen weiteren Anlageträger treffen...

    Ich habe auch nie behauptet, dass alles was von "natürlichen" abweicht auch automatisch "krankhaft" sein muss. Natürlich gibt/ gab es immer auch wieder Mutationen, die sich positiv auf den Genpool ausgewirkt haben... Ob eine Mutation ein Selektionsvorteil ist/ war oder nicht, zeigt die natürlich Auslese (die aber durch die Zucht, je nach Zuchtkriterien, ausgesetzt wird).

    Und ich habe auch nie gesagt, dass Zuchttiere nur Schaden anrichten. Erst mal können die Zuchttiere in Gefangenschaft ja nichts dafür, was die Züchter mit ihnen anstellen. Und zweitens gibt es ja auch gesunde und vitale Zuchttiere (GsD), die wiederum einen gesunden Fortbestand der Streifenhörnchen sichern.

    Und nein, wir suchen nicht nur die negativen Aspekte der Zucht! Ganz im Gegenteil, uns ist sehr daran gelegen, dass mithilfe von seriösen Zuchten ein gesunder Fortbestand der Streifenhörnchen gesichert wird. Dazu braucht es aber meiner Meinung nach auch Züchter, die sich (okay ich gebe es zu in unserem Fall etwas kritisch) mit Zuchtfragen auseinandersetzen.

    Und als letztes möchte ich auch noch erwähnen, dass ich auch dem besagten Züchter NICHT unterstellen möchte, dass er unseriös arbeitet. Aber jeder Züchter weiss, dass neue Mutationen, in der Regel durch Inzestzuchten über mehrere Generationen herausgezogen werden. Wie schon erwähnt entstehen dadurch eine Vielzahl an Anlageträger. Wenn diese dann nach ganz Europa verkauft werden, ohne entsprechenden Hinweise... mehr brauche ich dazu nicht zu sagen.

    Marian, du weisst ich schätze dein Wissen über Streifenhörnchen (-zucht) sehr, deshalb hoffe ich, dass wenigstens du ein bisschen nachvollziehen kannst, worin meine Angst besteht. Man denke nur an das Desaster, welches anfangs bei der Zucht von weissen Hörnchen angerichtet wurde... Und auch wenn diese Zuchtschäden heute weitestgehend ausgemerzt wurden, so ist es doch eine Tatsache, dass man als Nebeneffekt heute kaum mehr reinerbige naturfarbene Jungtiere findet...

    @ skip: Es tut mir Leid, wenn meine Antwort nicht deinen Wünschen entsprach. Aber ich sags mal ein bisschen provokant: Wer keine Lust hat zu googeln (siehe dein Link) der muss sich dann halt eben mit den Antworten begnügen, die ihm gegeben werden. :wink:

    @ all: wichtiger Hinweis: Ich weiss nicht, ob besagter Züchter schon gescheckte Jungtiere verkauft, aber sie sind auf seiner HP mit Fotos aufgeführt.
    Anhand alter Inserate kann man nachvollziehen, dass die ersten gescheckten Hörnchen wahrscheinlich im Jahr 2009 geboren sind... irgendwo in Bellheim...
    Liebe Grüsse aus der Schweiz

    Streififreunde
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  • BeitragVerfasst: So Feb 26, 2012 7:03 pm
    streififreunde hat geschrieben:
    @ skip: Es tut mir Leid, wenn meine Antwort nicht deinen Wünschen entsprach. Aber ich sags mal ein bisschen provokant: Wer keine Lust hat zu googeln (siehe dein Link) der muss sich dann halt eben mit den Antworten begnügen, die ihm gegeben werden. :wink:


    Ich frag zu allem Tante Google, wer mich kennt, der weiß das. Und hab da auch was gefunden gehabt über wen Du das hier hast. Investierte Zeit zum Ergebnis ca. 20 Sekunden. :wink: Das war ja aber auch nicht die Frage. Aber diese wurde ja dann zum Schluss deines letzten Postings beantwortet. Werde dann zukünftig die Suchplattform wohl öfter nutzen ...
    Liebe Grüße
    Cornelia und Lilly

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    BeitragVerfasst: Di Feb 28, 2012 12:30 am
    Hi Streififreunde,

    bei Zuchten wird immer etwas zur Nominatform verändert. Egal was man für ein Zuchtziel verfolgt.

    Hattet ihr nur reinerbige Hörnchen?

    Auch das zimtfarbige Hörnchen ist nach meiner Meinung nur durch die Farbzucht auf weiß entstanden. Es ist für mich kein natürlicher Farbschlag. Dann eher Grau und Silber. Die gab es damals schon als Wildfänge. Nur die wollte seinerzeit keiner haben.

    Was nutzt dir die schönste Zucht von reinerbigen Wildformen, die keine Abmehmer mehr hat. Willst du dann die Jungen alle behalten? Oder im Zooläden für ein paar Nüsse verscherbeln. Oder sogar die Zucht einstellen, weil keiner sie mehr haben will.

    Es ist immer eine schwankende Nachfrage für jeden, der sich, vorsichtig ausgedrückt, mit der Verpaarung beschäftigt.
    Mal ist die Nachfrage so hoch, das man vielen Leuten absagen muß, mal bleibt man auf dem Zuchtergebnis sitzen.

    Die Züchter müssen sich so zu sagen den Nachfragen anpassen.

    Und was bekommt man für ein Jungtier?
    Wenn ich nüchtern rechne und Zeitaufwand und Unterhaltskosten addiere, kann ich lieber nebenbei einen 1 Euro Job ausführen, dann hätte ich mehr.

    Dem Entverbraucher ist es vollkommen egal, hauptsache er hat was Exotisches, was nicht jeder hat.
    Versuche doch mal heutzutage noch eine normale Maus, Ratte, Kaninchen, Fisch oder sonstiges in Naturfarbe und reinerbig zu verkaufen, nur weil Spaß an der normalen Zucht hast, sogar ohne einen Cent dran zu verdienen.

    Nicht die Züchter sind die Schuldigen, sondern die Endverbraucher.

    Wenn man als Züchter ein wenig die Ohren spitz macht, bekommt man auch wieder Wildfänge und kann einen ganz saubere und reinerbige Zucht beginnen. Nur das Thema brauche ich nicht mehr. Mich ärgert es schon, wenn die Urinstinkte bei der Zucht wieder durchbrechen. Und das hat noch nichts mit Farbschlag zu tun. Es ist ein Wildtier, das im Wohnzimmer für jederman freude bereiten soll.


    Streifiger Gruß
    Marian
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  • BeitragVerfasst: Mi Feb 29, 2012 9:43 pm
    Hallo Marian

    In den meisten Punkten bin ich eigentlich einer Meinung mit dir. Eine Zucht, ob seriös oder nicht ist eben niemals Natur, denn die Hörnchen suchen einander nicht mehr selbst aus, sondern das steuert ein Züchter.

    Wie bereits gesagt, nicht alle Züchter sind bloss auf einen möglichst hohen Gewinn aus. Ich habe inzwischen einige Züchter kennenlernen dürfen, denen an einer gesunden Zucht sehr gelegen ist und da steckt sehr viel Herzblut drin. Es sind denn auch diejenigen Züchter, die durch ihre Zucht so gut wie gar nichts verdienen, sondern die gerade mal, wenn es hochkommt, ihre Kosten decken können.

    Eigentlich geht es mir gar nicht darum, nach einem "Schuldigen" zu suchen, sondern viel mehr darum, dem einen oder anderen einen Denkanstoss zu geben. Ich bin tatsächlich auch der Meinung, dass (leider) die Nachfrage, das Zuchtgeschehen steuert. Somit liegt es tatsächlich zu einem grossen Teil in der Hand der Käufer, wie sich der künftige Markt entwickelt.

    Und genau deshalb ist es meiner Ansicht nach wichtig, Aufklärungsarbeit zu leisten. Es geht also darum, die (teils noch unerfahrenen) Käufer zu sensibilisieren, dass ihr Wunsch nach möglichst exotischen Farben letztlich Züchter dazu verleiten kann, Intensivzuchten ( = Inzestzuchten) zu betreiben, was auf lange Sicht den Genpool der gesamten Streifenhörnchen- Population schwächen kann, weil dadurch auch vermehrt Mutationen auftreten können, die unerwünscht, ja gesundheitsschädlich sind.

    Da wir ja nun in der dummen Situation sind, unsere Zucht ganz von vorne wieder aufbauen zu müssen, haben wir leider einmal mehr feststellen müssen, wie schwer es inzwischen geworden ist, "saubere" und reinerbige Zuchttiere zu finden, die für den Aufbau einer Zucht so dringend notwendig wären. Wir haben uns sogar überlegt, mangels geeigneten Zuchttieren mal einen Zoo anzuschreiben, in der Hoffnung, dass sie uns vielleicht helfen könnten, Wildfänge zu organisieren/importieren, auch wenn das zugegebenermassen auch nicht das ist, was wir eigentlich wollen. Denn mit Wildfängen holt man sich dann wiederum ganz andere Probleme ins Haus, da hast du absolut recht!

    Wie schon gesagt, ich hoffe nun einfach mal, dass ich eine Schwarzseherin bin und mir vergebens Sorgen mache...
    Liebe Grüsse aus der Schweiz

    Streififreunde
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    BeitragVerfasst: Mi Feb 29, 2012 10:14 pm
    Hi Streififreunde,

    hast du dich den mal in Linienzucht, Inzucht und Inzest eingelesen?

    Ich war erstaunt, zumindest hatte ich eine ganz andere Vorstellung davon. Vor allem, was die Gendefekte betrifft.

    Sehr interessant!!!!!! :wink: Gendefekte die durch Inzucht erst aufgedeckt werden? :^o

    Streifiger Guß
    Marian
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  • BeitragVerfasst: Mi Feb 29, 2012 11:03 pm
    Hallo Marian

    Ja, ich habe mich mich in diese Thematik eingelesen...

    Mir ist durchaus bewusst, dass bei praktisch allen Tierarten, die systematisch gezüchtet wurden/ werden, regelmässig und gezielt Inzucht betrieben wird, um Zuchtmerkmale zu fördern und unerwünschte Eigenschaften heraus zu züchten.

    Komplett vermeiden lässt sich das vermutlich in der Streifenhörnchenzucht eh nicht mehr, weil ja kaum Zuchtbücher oder Stammbäume geführt werden. Es würde mich nicht wundern, wenn fast alle Streifenhörnchen im deutschsprachigen Raum über wenige Generationen miteinander verwandt wären...

    Mehr Mühe bereitet mir hingegen die Inzestzucht, also die direkte Verpaarung von Mutter- Sohn/ Tochter- Vater oder Vollgeschwistern, denn durch die genetische "Verarmung" werden "krankhafte" Mutationen gefördert.

    Und ich habe auch schon gehört, dass bei Rassezuchten durch gezielte Inzuchten mit Defektträgern Anlageträger "herausgefiltert" wurden/ werden. Ich glaube es erübrigt sich, hier zu schreiben, was ich von solchen Experimenten halte...!

    Und auch die Behauptung dass Gendefekte durch Inzucht nicht begünstigt, sondern allenfalls aufgedeckt werden, halte ich persönlich für Schönfärberei! Wenn Inzest bei Menschen doch so verpönt ist (mit Recht) warum soll es dann bei Tieren anderes sein? Natürlich könnte man jetzt anfügen, dass wir Menschen genetisch komplexer aufgebaut sind, aber dennoch...

    Hast du einen ganz bestimmten Artikel gemeint?
    Liebe Grüsse aus der Schweiz

    Streififreunde
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    BeitragVerfasst: Do Mär 01, 2012 1:04 am
    Hi Layla,
    eine genetische Verarmung findet nicht statt, nur eine Weiterentwicklung durch Mutationen.

    Ich kann dir die ganzen Links nicht mehr aufführen die ich im Laufe der Zeit gelesen hatte.

    Wenn wir von Adam und Eva aus dem Paradies ausgehen, sind wir auch alle mit einander verwandt. OK, blödes Beispiel. Bei uns Menschen gibt es genug krankhafte Kreaturen, wo Erbschäden nicht ausgeschlossen werden #-o :D

    Des weiteren gab es Studien über Populationen die räumlich eingegrenzt waren, wo nie eine sogenannte Blutauffrischung stattfinden kann.

    Und auch Studien von Albinopopulationen bei Igeln, die sich erfolgreich, schon seit Jahren verbreiten.

    Sicherlich ist ein gezüchtetes Haustier nichts mehr für die Wildnis. Aber ein Wildtier auch nicht für die Haustierhaltung. Wir greifen ständig in die Natur ein. Warum gibt es überhaupt Haustiere?
    Was ist in Sinne der Mutation Krankhaft?
    Ein Neger mit blonden Haaren?
    Ein blinder Grottenmolch?
    Eine Eintagsfliege, die nur 23 Stunden lebt?

    Sicherlich gibt es Gendefekte, deren Resultat nicht Lebensfähig ist. Die werden sicherlich in der Natur schneller ausgefiltert als unter menschlicher Obhut. Oder auch nicht.

    Wer weis heute schon, was morgen richtig war?

    Fakt ist, das Streifenhörnchen in der Natur nicht unter den aussterbenden Tierarten gehören, eher als Schädlinge im weittesten Sinne. Die Populationen von T.sibiricus sind nicht gefährdet.

    In jedem Menschen steckt ein kleiner Frankenstein, der alles in seinem Sinne verbessen oder verändern will.



    Streifiger Gruß
    Marian
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  • BeitragVerfasst: Fr Mär 02, 2012 10:08 pm
    Hallo Marian
    Hmm jetzt bin ich ein wenig verwirrt... :-k

    Ein genetischer Flaschenhals ob nun natürlichen Ursprungs, etwa wenn eine Tierpopulation durch Umwelteinflüsse (oder von Menschenhand durch Überbauungen) von dem restlichen Tierbestand getrennt wird oder ob künstlich verursacht, beispielsweise in der Tierzucht (durch extreme Linienzucht) führt meines Wissens zwangsläufig zu einer genetischen Verarmung.

    Theoretisch kann zwar ein einziges tragendes Weibchen den Erhalt seiner Art sichern, doch ihre Nachkommen werden genetisch derart eng miteinander verwandt sein, dass durch den Ahnenverlust und damit der geringere Genvielfalt, die Gefahr besteht, dass der gesamte Bestand durch eine Krankheit ausgelöscht werden könnte. Soweit ich weiss, hat dies etwas mit den Immungenen zu tun, die weiter vererbt werden. Je älter und umfangreicher eine Population ist, desto höher ist die Chance, dass wenigstens ein Teil einer Population Epidemien oder stark verändernde Umwelteinflüsse überleben kann.

    Sicherlich kommt es dabei sehr auf den Gesundheitszustand des 1. tragenden Weibchens an. Ist es absolut gesund, dann kann es mit Glück zu einem Purging- Effekt kommen. Kann aber in der nächsten Generation ein möglicher genetischer Defekt auf einem Allel nicht durch ein gesundes Gen ausgeglichen werden, könnte sich ein genetischer Defekt durch die dominant- rezessive Vererbung manifestieren, was im schlimmsten Fall zur Ausrottung einer ganz kleinen Population führen könnte.

    Meiner Ansicht nach ist es hinreichend dokumentiert, dass es durch einen natürlichen genetischen Flaschenhals oder durch extreme Inzucht/ Inzestzucht zu einer Inzuchtdepression kommen kann (nicht muss!), also zu einer Reduktion der Grösse, der Fitness, der Fruchtbarkeit, der Infektionstoleranz und der Lebenserwartung.

    Natürlich könntest du jetzt einwenden, dass ein (sehr versierter) Züchter bei einer Linienzucht durch eine konsequente Selektion einen Purging- Effekt erzielen will oder kann, wodurch die Folgen der Inzuchtdepression eliminiert werden könnten. Aber dieses Phänomen, welches auch in der Natur durch starken Selektionsdruck in Bezug auf die Fitness eintreten kann, ist in der Zucht von der Auslese/ Selektion des Züchters abhängig. Und genau hier habe ich so meine Zweifel:

    1. Mal davon ausgehend, dass ein Züchter, selbst wenn es sich dabei um einen sehr erfahrenen Züchter handelt, erst mal nur phänotypisch in Erscheinung getretene Erbschäden erkennen kann dann könnte es also eine Weile dauern, bis er bemerkt, dass sich seine Zucht nicht in gewünschtem Masse entwickelt… (es sei denn, er lässt entsprechende genetische Analysen durchführen... aber wer macht das schon?)

    2. Sollte also eine unerwünschte Mutation phänotypisch in Erscheinung treten, so hat der Züchter unter Umständen schon mehrere Generationen von Anlageträgern gezüchtet und diese dann weiss Gott wohin verkauft. Und wenn diese Tiere wiederum von ahnungslosen Züchtern für die Zucht verwendet werden… ich will gar nicht daran denken!

    3. Ist ein Züchter hingegen sehr vorsichtig, dann wird er die ersten Generationen von Jungtieren vielleicht nicht verkaufen. Aber was tut er dann stattdessen mit ihnen? Alle behalten? Oder sie heimlich hinter dem Haus ertränken?

    Zugegeben, letzteres ist wieder einmal eine sehr schwarzmalerische Denkweise! Dennoch halte ich künstliche hervorgerufene genetische Flaschenhälse in der Zucht für ein Spiel mit dem Feuer…

    Aber ich lasse mich gerne von dir belehren. Soweit ich das richtig interpretiert habe, kennst du dich ja mit der Linienzucht aus. Wie hast du das konkret gehandhabt? Hast du immer die "Stammeltern" wiederum mit den gesündesten und vitalsten Jungtieren verpaart? Oder hast du mit mehreren Zuchtlinien gearbeitet und die Jungtiere dieser Linien wiederum untereinander verpaart? Und nach wie vielen Generationen hast du jeweils frisches Blut eingekreuzt? Nur so aus Neugier… :wink:

    Ach ja... Mag sein, dass jeder Mensch eine gewisse Tendenz hat, ein Frankenstein zu sein... aber ich formuliere es mal vorsichtig: GsD geben nicht alle diesem "Drang" nach. Oder anders ausgedrückt: Nur weil man etwas kann, muss man es ja nicht unbedingt tun oder?

    @all: Sorry, dass meine Beiträge zu diesem Thema immer so lang werden. Ich hoffe, ich langweile euch damit nicht allzu sehr… :oops:
    Liebe Grüsse aus der Schweiz

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    BeitragVerfasst: So Mär 04, 2012 5:16 pm
    Hi Layla

    eine Linienzucht hat bei mir noch nie stattgefunden.

    Dafür fehlen mir die Räumlichkeiten und vor allem das Interesse daran.
    Aber ich akzeptiere sie. Farbschläge werden bei anderen Tierarten auch gezüchtet.

    Daher verstehe ich deine Schwarzmalerei nicht.

    Streifige Grüße
    Marian
    Bild Hörnchenzucht Dymar
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