Heute ist ein schwerer Tag

Krankheitszeichen, Prävention, Gesundheit

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Hörnchenfan
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  • BeitragVerfasst: Di Mär 15, 2011 11:26 am
    Hallo alle,

    ich war viel zu nervös, um vorher was zu schreiben:

    Letzten Freitag, als Odin durch`s Wohnzimmer tobte habe ich entdeckt, dass er am Unterbauch (ziemlich dicht am linken Hinterbein) einen komischen Knubbel hat. Ich dachte, ich sollte das mal beobachten.
    Während des Wochenendes ist dieser Knubbel mit erschreckender Geschwindigkeit so groß geworden, dass er Odin beim Laufen leicht gestört hat.
    Ich bin dann gestern sofort zum Tierarzt gegangen. Um ihn abzutasten hätte er ihn in Narkose legen müssen, das wollte er ungern tun, weil er so schon sehen konnte, dass er operiert werden muss. Zwei Mal Narkose wollte er ihm aber ersparen.

    Die Diagnose lautete, entweder Leistenbruch, das wäre das Günstigste, weil leicht zu operieren. Oder Krebstumor. Der Tierarzt sagte, dass ich Zeit mitbringen soll, da ich bei der OP dabei sein sollte für den Fall, dass ich eine Entscheidung treffen muss.

    Heute Morgen um 08:30 Uhr sollte ich dann gleich wieder da sein zur OP.
    Während der ganzen Zeit stand ich neben dem OP-Tisch.
    Nachdem der Tierarzt die Bauchdecke geöffnet hatte, war er sehr erstaunt und sagte, dass er so etwas noch nicht gesehen hat und das schon fast einen Artikel in einer Fachzeitschrift wert sei.
    Was sich da als ca. Tischtennisball großer Knubbel nach oben schob sah aus, wie Odins Blase.
    Um es zu testen hat er vorsichtig drauf gedrückt und Odin machte Pipi ohne Ende.
    Es stellte sich heraus, dass er einen Leistenbruch hat und sich die Blase komplett aus der Bauchhöhle gedrückt hatte.
    Das war wohl auch der Grund, warum dieser "Knubbel" so schnell so groß geworden war.
    Der Arzt hat dann die Blase wieder in die Bauchhöhle geschoben und den Bruch genäht. Anschließend konnte die Bauchdecke wieder geschlossen werden.
    Eine Spritze mit Antibiotikum (die 10 Tage hält) und eine mit dem Gegenmittel zur Narkose.
    Ab dem Moment hab ich mich so langsam getraut wieder zu atmen.
    Einen Moment musste ich noch dort sitzen und Odin in meinen Händen warm halten, weil der Arzt erst noch wissen wollte, ob er gut wieder aufwacht. Erst wenn eine gewisse Körperspannung wieder vorhanden ist, lässt er seine Patienten nach Hause.

    Seit kurz nach 10:00 Uhr bin ich wieder hier. Odin muss noch lange in seiner Transportbox bleiben, weil er noch völlig unkontrolliert herum torkelt.
    Damit er nicht unterkühlt, hab ich ihm eine lauwarme Wärmflasche unter die Transportbox gelegt.

    Heute Nachmittag will der Arzt ihn noch mal sehen. Er hofft, dass er nicht an die Fäden geht, sonst muss er ihm einen Halskragen anlegen. Das würde bedeuten, dass ich ihn eine Zeit lang in einem kleinen Käfig wohnen lassen muss, denn mit Halskragen kann er unmöglich gezielt springen und in der Voliere könnte er sich so verletzen.

    Es fällt eine große Last von mir ab, denn ich hatte Angst, dass ich vielleicht die Entscheidung für oder gegen sein Leben treffen muss. Ich bin soooo froh, dass es so glimpflich ausgegangen ist, dass ich mir das hier erst mal von der Seele schreiben musste.

    Viele Grüße
    Carmen
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  • BeitragVerfasst: Di Mär 15, 2011 5:07 pm
    Hallo Carmen,
    das ist wirklich alles sehr spannend und dass es dich belastet, kann ich gut verstehen. Halte den Zwerg weiterhin warm und beobachte ihn gut. Biete zuaätzlich den Babybrei mit gemahlenen Nüssen an, den hier sicher jeder kennt. Ansonten auch gerne PN an mich. Ich drücke dir und Odin die Daumen, dass es weiterhin gut läuft. Und berichte uns bitte, was der TA meinte. Gibt es nicht auch super bittere Salben(Spray (weiß jetzt nicht so genau), die man da drauf machen kann, dass er sich nicht an die Naht geht?
    Liebe Grüße
    Cornelia und Lilly

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  • BeitragVerfasst: Di Mär 15, 2011 5:15 pm
    Drücke Euch die Daumen das alles gut wird und Odin wieder ganz gesund.
    mit freundlichen Grüssen aus Köln,
    Rico

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    BeitragVerfasst: Di Mär 15, 2011 8:33 pm
    Hi,

    von Leistenbruch bei Streifis habe ich noch nie gehört. Aber man lernt nie aus.

    Ich drücke euch die Daumen.

    Streifiger Gruß
    Marian
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  • BeitragVerfasst: Mi Mär 16, 2011 9:11 am
    ...Odin hat die Nacht nicht überlebt...

    Er hatte sich gestern Abend noch ein Nest gebaut in der Transportbox und hat sich dann schlafen gelegt. Bevor ich ins Bett bin hab ich noch mal nach ihm geschaut, da war alles ok.

    Ganz entspannt, die Vorderpfötchen unter dem Kinn veschränkt lag er heute Morgen da. Er scheint ganz friedlich eingeschlafen zu sein....

    Gestern war sein 6. Geburtstag...viel zu früh.

    Ich sitze hier und die Tränen laufen einfach... :-(
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  • BeitragVerfasst: Mi Mär 16, 2011 9:38 am
    Hi,

    das tut mir so leid. Ich dachte beim Lesen des ersten Beitrags noch, das er es schaffen würde.

    traurige Grüße
    fühl dich ganz fest gedrückt
    Nande
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    Zitat Winston Churchill: Mit bösen Worten, die man ungesagt hinunterschluckt, hat sich noch niemand den Magen verdorben
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  • BeitragVerfasst: Mi Mär 16, 2011 5:06 pm
    Hmm,

    irgendwie scheint es keine gute Zeit für Hörnchen zu sein im moment, so viele sterbende Hörnchen :(

    Unser beileid Carmen.
    mit freundlichen Grüssen aus Köln,
    Rico

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  • BeitragVerfasst: Mi Mär 16, 2011 8:19 pm
    Hallo,

    auch von mir: mein Beileid.
    Immerhin ist Murphy nun mit deinem Odin in guter Gesellschaft .... es scheint echt gerade eine "nicht gute" Zeit für Hörnchen zu sein ...
    LG,
    Franka

    R.I.P. Murphy *17.3.2003 +15.3.2011
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  • BeitragVerfasst: Mi Mär 16, 2011 9:22 pm
    Ich danke Euch.

    Ich hätte vieles erwartet, aber nicht, dass mich das SO sehr aus der Bahn werfen würde.

    3 Std. habe ich heute Morgen da gesessen und hab ihn angesehen, wie er da so friedlich lag. Bei jedem Geräusch bin ich zusammen gezuckt in der irrigen Annahme er könnte sich bewegt haben.
    Dann hab ich es geschafft, bin in den Garten und habe ihn unter dem großen Jasmin beerdigt.

    Zurück im Haus habe ich noch eine halbe Stunde mit einem Stuhl neben der leeren Voliere gesessen und hinein gestarrt.
    Er war wie ein Kind für mich und so habe ich ihn auch behütet, verwöhnt und umsorgt.

    Heute Nachmittag hab ich dann die Voliere komplett ausgeräumt, weil ich nicht beim vorbei laufen den Eindruck haben wollte, er würde sie noch bewohnen.

    Erst jetzt wird mir bewusst, wie sehr ich ihn in ganz viele Abläufe ganz selbstverständlich einbezogen hatte, z.B. wenn ich den Kühlschrank aufmache frage ich mich ganz automatisch, ob ich ihm heute schon Apfel klein genschnitten habe.

    Mein Lebensgefährte fühlt sich auch hilflos, weil er den Kleinen geliebt hat.
    Viele Leute werden das wohl nicht nachvollziehen können, weil es doch "nur ein Nagetier ist", aber hier in diesem Forum versteht wohl Jeder, wie schnell man sein Herz an ein Streifenhörnchen verliert.

    Danke noch mal an alle für die lieben Worte.
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  • BeitragVerfasst: Mi Mär 16, 2011 10:57 pm
    Das kenne ich nur zu gut Carmen :(
    Wenn man Heim kommt und kein kleiner Wusel im Käfig raddau macht und was haben will oder um auslauf bettelt.... da fehlt schon was.
    Unser letztes Hörnchen ist einen Tag vor unserer Hochzeit gestorben. Das war vllt. ein scheiss sag ich Dir.
    Da mussten wir gute laune "heucheln" wobei wir keine 24 stunden zuvor unser Schätzelein begraben mussten. Der Alkohol hatts dann irgendwann gerichtet.

    Na ja, in all den Jahren mit den Hörnchen haben wir einen regelrechten Nagerfriedhof im Wald angelegt . Alle "Gräber" rund um einen schönen grossen alten Baum angelegt. Da sitzen die jetzt alle in "Freier Natur" und geistern rum und wenn ich mal spatzieren gehe schaue ich dort vorbei.
    Kopf hoch Carmen!
    mit freundlichen Grüssen aus Köln,
    Rico

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  • BeitragVerfasst: Do Mär 17, 2011 4:44 pm
    Hallo, auch mir tut es sehr leid und ich kann dich voll und ganz verstehen.

    Und ich kann Euch sagen, zurzeit ist es nicht nur für Hörnchen nicht optimal.

    Wir haben auch einen kleinen Nagerfriedhof im Wald.

    Ich dachte auch, dass es Odin noch schaffen würde. Aber es ein kleiner Trost, dass er sich nicht gequält hat und einfach nicht mehr aufgewacht ist.
    Liebe Grüße
    Cornelia und Lilly

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  • BeitragVerfasst: Do Mär 17, 2011 4:52 pm
    Hi Carmen,

    mir geht's da ähnlich. Jeden Morgen habe ich vorm Duschen das Rotlicht angemacht, Brei und Näpfe fertig gemacht, Wasser getauscht undundund. Auch nach der Arbeit geht der erste Gang noch ins Arbeitszimmer ( wieder Rotlicht anmachen) ... oft denke ich, daß ich gerade ihn trinken höre ... naja.

    Meine Voliere steht noch. Mein Mann kommt erst morgen Abend wieder und wir bauen sie dann am SA zusammen ab. Bin ja derzeit etwas unbeweglich aufgrund der Schwangerschaft ...

    Fast 8 Jahre war der Kleine da. Das ist schon eine lange Zeit und wenn's auch "nur" ein Nager war, war er doch festes Familien-Mitglied!
    Ein neues Hörnchen wird's bei uns so schnell nicht geben ... dafür kommt ab Mitte Juni ja was anderes Kleines zu uns....
    LG,
    Franka

    R.I.P. Murphy *17.3.2003 +15.3.2011

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